Anforderungen an Pelletproduzenten durch ENplus

 

 

 

Um die ENplus-Zertifizierung zu erhalten, müssen die
technischen Einrichtungen und Betriebsabläufe von
Pelletproduzenten verschiedene Anforderungen
erfüllen. Der Auditor wird im Zuge der alljährlichen Werksüberwachung folgende Tätigkeiten ausführen:

 

  • Probenahme von losen Pellets
  • Kontrolle der betrieblichen Einrichtungen
  • Kontrolle des Qualitätsmanagements. Dies schließt Arbeitsanweisungen, Dokumentation, Qualitätspolitik und die Qualifizierung des Personals mit ein
  • Kontrolle von Herkunft und Quelle der Rohmaterialien
  • Prüfung der Treibhausgasbilanz
  • Prüfung des Beschwerdemanagements
  • Prüfung der Erfüllung der Berichtspflichten gegenüber dem zuständigen Management
  • Prüfung der betriebsinternen Qualitätssicherung. Dazu werden die Ergebnisse der Analysen einer geteilten Probe durch das zertifizierte Unternehmen und das gelistete Prüflabor miteinander verglichen
  • Kontrolle der Produktions- und Handelsmengen
  • Prüfung, ob ausschließlich durch das zuständige Management freigegebene Sackdesigns verwendet werden
  • Prüfung eines Pelletsacks auf Feinanteil (nur bei eigener Absackung)

Auf Verlangen des zuständigen Managements (z. B. im Fall von gravierenden Beschwerden) können außerordentliche Inspektionen durchgeführt werden. Falls dabei eine gröbere Abweichung festgestellt wird, muss das zertifizierte Unternehmen für die entstandenen Kosten (für Inspektion und Laboranalyse) aufkommen.

Jeder Pelletproduzent muss einen Qualitätsbeauftragten ernennen, der Maßnahmen zur Qualitätslenkung und Dokumentation umsetzen kann. Er ist Ansprechperson für die Inspektion und das ENplus-Management. Dieser Qualitätsbeauftragte muss im ersten Jahr und dann alle drei Jahre an einer externen Schulung teilnehmen und einmal pro Jahr ein Qualitätstraining für die betroffenen Mitarbeiter durchführen.

Jedes zertifizierte Unternehmen muss ein Beschwerdemanagement einführen. Beschwerden müssen nicht nur erfasst und dokumentiert werden, sie müssen auch zu einer Reaktion führen und sollen Korrektur- und Präventivmaßnahmen veranlassen.

Die folgenden Bedingungen gelten für Beschwerden hinsichtlich des Feinanteils im Kundenlager bei der Lieferung von losen Pellets:

  • Der Anteil des Feinanteils (< 3,15 mm) im Lager liegt bei über 4 %
  • Der Anteil der verbliebenen Pellets vor der letzten Lieferung lag bei unter 10 % der Lagerkapazität
  • Weniger als 20 % der aktuellen Lieferung wurde bereits verbraucht
  • Die Einblasdistanz betrug nicht mehr als 30 m
  • Das Pelletlager erfüllt die Anforderungen an Lager, wie sie in den Empfehlungen zur Lagerung von Holzpellets (pdf, 1,5 MB) definiert werden

Jede Lieferung von losen Pellets muss durch die Ausstellung eines Lieferscheins dokumentiert werden, der die folgenden Elemente enthält:

  • Zertifizierungszeichen oder ENplus-ID
  • ENplus-Qualitätsklasse
  • Masse der gelieferten Pellets in kg oder Tonnen
  • Durchmesser der Pellets
  • Lieferdatum
  • Kfz-Kennzeichen des Lieferfahrzeugs
  • Vorfracht, falls es sich nicht um zertifizierte Pellets gehandelt hat

Bei Lieferung an andere zertifizierte Unternehmen sollte der Anteil des Feinanteils angegeben werden, falls dieser über 1 % liegt.

 

Beschriftung von Säcken:

Alle Kennzeichnungen von Sackware müssen vom zuständigen Management freigegeben werden.

Das Unternehmen, dessen Zertifizierungszeichen auf dem Sack abgebildet ist, ist für die Vorlage zur Genehmigung verantwortlich.

Die Beschriftung der Säcke muss in der Sprache des Landes erfolgen, in dem die Pellets vermarktet werden sollen.

Folgende Angaben müssen darin enthalten sein:

  • der Begriff „Holzpellets“ (im Fall, dass in der Übergangszeit das alte Zertifizierungszeichen [gemäß Version 2.0 des Handbuchs] verwendet wird, muss zusätzlich die Qualitätsklasse angegeben werden).
  • der Name und die Kontaktdaten des Unternehmens, dessen Qualitätszeichen verwendet wird,
  • das Qualitätszeichen des Unternehmens für die entsprechende Qualitätsklasse,
  • der Durchmesser der Pellets (6 mm oder 8 mm),
  • die Empfehlung „Trocken lagern.“,
  • die Empfehlung „Nur zum Gebrauch in geeigneten und genehmigten Heizgeräten entsprechend den Herstellerangaben und gesetzlichen Vorgaben.“,
  • das Nettogewicht (in kg).

Die Angabe weiterer Brennstoffeigenschaften auf Sackware ist freiwillig. Die Angaben dürfen auf zwei unterschiedliche Weisen erfolgen:

  • Darstellung der Grenzwerte für die Pelleteigenschaften wie in Tabelle 1 in Teils 3 des Handbuchs, einschließlich der ≥ oder ≤ Zeichen und der Einheit.
  • Abweichende Grenzwerte für die Pelleteigenschaften dürfen dann angegeben werden, wenn ihre Einhaltung durch den Laborbericht eines gelisteten Prüflabors für eine von einem gelisteten Auditor gezogene Probe nachgewiesen ist. Dazu ist der aktuelle Laborbericht des Produzenten, dessen Pellets in dem betreffenden Sackdesign abgefüllt werden sollen, an proPellets Austria zu senden.

Zusätzliche Informationen auf Sackware dürfen nicht falsch oder irreführend sein. Die Herkunft der Pellets darf nur im Zusammenhang mit einer Produzenten-ID angegeben werden.

Zusammenfassendes Infoblatt zur Beschriftung von Pelletsäcken (pdf, 95 kB)